Nun also doch:

auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz sollen viele Bäume fallen!

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Bürgerbeteiligung wollte Bäume erhalten

„…dass die Bürgerinnen und Bürger sich vor allem den Erhalt des alten Baumbestandes … wünschen …“

… macht die Stadt auf ihrer Internetseite über den Planungsprozess und die Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Kaiser-Wilhelm-Platzes noch einmal deutlich.

„Unter genau dieser Voraussetzung, dass nämlich der alte Baumbestand weitestgehend erhalten bleibt, haben wir im März dieses Jahres auch dem Grundsatzbeschluss für die Umgestaltung des Kaiser-Wilhelm-Platzes zugestimmt“, erinnert GRÜNEN-Ratsherr Wulf Herrmann.

Dabei war es ein besonderes Anliegen – nicht nur der GRÜNEN – gerade das historische Lindenkarree zu bewahren:

  • aus gestalterischen Gründen, da das Baum-Viereck das Bild des Platzes prägt;
  • aus historischen Gründen, da das Karree vermutlich auf die Erstbepflanzung im Jahr 1875 zurückgeht;
  • und schließlich aus Gründen des Baum- und Umweltschutzes, da die weit über 100 Jahre alten Sommerlinden einen besonders hohen ökologischen Wert haben, dem man sich mit Neuanpflanzungen allenfalls in Jahrzehnten wieder annähern könnte.

politische Mehrheit gegen Bäume

Und genau dieses zentral Gestaltungselement ist jetzt in Gefahr: Nach der gegenwärtigen Planung müssten ungefähr 14 dieser Bäume fallen – wohl die komplette Reihe zur Heinrich-Drake-Straße hin!

Denn während es in der umfangreichen und aufwendigen Bürgerbeteiligung um die Erhaltung der historischen Substanz, um verkehrliche Einbindung (für Fußgänger und Radfahrer), um städte- und gartenbauliche Aufwertung, vor allem um die Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen (Kinder – Familien – Senioren – und alle anderen) ging, verlagerte sich die Diskussion während der anschließenden politischen Beratung immer mehr auf das Thema Parkplätze.

So unterschieden sich die vier Varianten, über welche der Ausschuss für Stadtentwicklung im September zu entscheiden hatte, im Wesentlichen nur in der Zahl der zu erhaltenden bzw. neu zu schaffenden Parkplätze. Dass daraus auch unterschiedliche Zahlen von zu fällenden Bäumen sowie deutlich unterschiedliche Investitionskosten resultieren, wurde zumindest von den großen Fraktionen mit einem Schulterzucken (so ist das nun mal …) zur Kenntnis genommen.

Kritik gab es nur von den Kleinen. Und es war einmal mehr dem GRÜNEN Ratsherrn Herrmann vorbehalten, nicht nur auf die drohenden Baumverluste, sondern auch auf die horrenden Mehrkosten (602.000 anstatt 58.500 Euro - mehr als das 10-fache!) der sog. „Konzept-Variante 2“ hinzuweisen. Vergeblich – CDU und SPD stimmten für die teure und baumvernichtende Alternative 2; dagegen reichten die zwei Stimmen der GRÜNEN (plus einer LINKEN-Stimme) nicht aus, um der schonenderen Variante 1 zum Erfolg zu verhelfen.

Die Varianten 1 und 2 finden sich am Ende dieser Seite. – Die kompletten Unterlagen finden sich online hier: Ausschuss für Stadtentwicklung 12.09.2018 Tagesordnungspunkt 4.2. sessionnet.krz.de/detmold/bi/to0040.asp

Das Sitzungsprotokoll: https://sessionnet.krz.de/detmold/bi/getfile.asp?id=77053&type=do&

Protest ... und seine Unterdrückung

Um auf den geplanten Baumfrevel aufmerksam zu machen und aus Protest dagegen haben engagierte Baumschützer am 3. Oktober einen Großteil der gefährdeten Bäume durch Plakate gekennzeichnet.

Das städtische Ordnungsamt reagierte schnell: keine 24 Stunden später wurde im GRÜNEN-Büro die Verfügung vorgelegt, die Plakate zu entfernen. Wenig später hat die Stadt ihre Leute geschickt: die Pro-Baum-Plakate wurden samt und sonders entfernt ...

Noch schneller war allerdings die Presse ... und so ist die Plakataktion jetzt wenigstens in der Lippischen Landeszeitung für eine breite Öffentlichkeit dokumentiert! - Danke!

 

 

 

Lippische Landeszeitung, 5. Oktober 2018, S. 11 (Ausschnitt)

Die Beschluss-Varianten

Alle 4 Beschlussvarianten finden Sie hier:

sessionnet.krz.de/detmold/bi/vo0050.asp

Letztlich ging es jedoch nur um die zwei folgenden Alternativen:

1.b Konzept - Variante 1 (entspricht dem Antrag der Fraktion Bündnis L90/ Grüne laut Protokoll vom 15.03.2018 im Ausschuss für Stadtentwicklung)

Im Rahmen der Umgestaltung der historischen Parkanlage soll der Parkplatz aus dem Jahre 1973 auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz, parallel zur Heinrich-Drake-Straße in seinem derzeitigen Zustand erhalten bleiben. Lediglich in den beiden südlichen Randbereichen sollen die „Ecken“ des Parkplatzes an das wieder herzustellende sternförmige historische Wegenetz an gearbeitet werden. Dabei würden in diesen Randbereichen ca. 30 Stellplätze entfallen. 58 Parkplätze á 2,50 m Breite blieben bestehen. Die Kosten für den partiellen Rückbau der Parkplatzecken liegen bei ca. 58.548,- €. Insgesamt bietet die Konzept-Variante 1 auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz sowie auf dem neuen Parkplatz neben der Alten Pauline und mit der Umgestaltung der Stellplätze an der Bismarck- und Hermannstraße 179 Parkplätze. Für diese Variante müssen voraussichtlich keine Bäume an der Heinrich-Drake-Straße gefällt werden (Lageplan s. Anlage 4). Ab dem ca. 11. Folgejahr ist mit einem Neubau des Parkplatzes und der Fahrbahn zu rechnen, da die Lebenserwartung der Infrastruktureinrichtung erreicht ist. Die Investitionskosten werden ca. ab dem 5. Jahr erwirtschaftet. Die Reinvestitionssumme wird ca. ab dem 11. Jahr erwirtschaftet. (s. Anlagen 1, 2.1, 2.1a).

Laut Protokoll "mehrheitlich bei 3 Ja-Stimmen (2 xB‘90/Grüne, Die Linke) abgelehnt".

 

1.c Konzept - Variante 2 (entspricht dem Antrag der CDU Fraktion vom 07.03.2018 (s. Anlage 12) sowie dem Antrag der Freien Wähler vom 13.03.2018 (s. Anlage 13))

Im Rahmen der Umgestaltung der historischen Parkanlage soll die Heinrich-Drake-Straße in eine Einbahnstraße umgebaut werden. Dabei ist eine maximale Einrichtung von 56 Parkplätzen beidseitig bei Schrägaufstellung mit einer Breite von 2,50 m möglich. Zusätzlich können 65 Parkplätze auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz genutzt werden. Aufgrund der Einbahnstraßenregelung verringert sich die Durchfahrtsbreite auf 3,50 m und es ist nur noch die Einfahrt von Norden über die Paulinenstraße möglich. Die Kosten für den Umbau der Heinrich-Drake-Straße mit Parkplatz liegen bei ca. 602.378,- €. Insgesamt bietet die Konzept-Variante 2 auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz sowie auf dem neuen Parkplatz neben der Alten Pauline und mit der Umgestaltung der Stellplätze an der Bismarck- und Hermannstraße 202 Parkplätze. 14 Bäume müssten mind. gefällt und durch neue Bäume ersetzt werden. (Plan s. Anlage 5). Die Investitionskosten werden ca. ab dem 5. Jahr erwirtschaftet. Die Reinvestitionssumme wird ca. ab dem 9. Jahr erwirtschaftet. (s. Anlagen 1, 2.2, 2.2a).

Laut Protokoll "mehrheitlich bei 4 Gegenstimmen (2x B‘90/Grüne; Die Linke; FDP)" als Basis für weitere Planung empfohlen.

 

 

URL:http://gruene-detmold.de/ortsverband/politikfelder/baumschutz/k-wilhelm-platz-baumfrevel/